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Die UNESCO anerkennt die Bedeutung Swedenborgs

Dokumentarisches Erbe spiegelt die Vielfalt von Sprachen, Menschen und Kulturen wider. Es ist der Spiegel der Welt und ihres Gedächtnisses. Aber dieses Gedächtnis ist verletzlich. Täglich verschwinden Teile davon unwiederbringlich.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) hat 1992 ein Programm zum Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit ins Leben gerufen: »Memory of the World« (das Gedächtnis der Menschheit). Mit dem Programm beabsichtigt die UNESCO, dokumentarische Zeugnisse, die in Archiven, Bibliotheken, Dokumentationsstellen, Museen, Gedenkstätten und anderen kulturellen Institutionen überliefert sind, zu sichern und auf neuen informations-technischen Wegen weltweit zugänglich zu machen. Entstehen soll ein »Weltregister des Memory of the World« in Gestalt eines universellen digitalen Netzwerkes mit ausgewählten herausragenden Dokumenten: wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente.

»Memory of the World« verfolgt zwei Ziele: Zum einen geht es um den weltweiten Zugang (»access«) zu kulturell bedeutsamen und historisch wichtigen Dokumenten. Zum anderen geht es um die Sicherung (»preservation«) des dokumentarischen Erbes vor Gedächtnisverlust und Zerstörung. Bei dem Programm handelt es sich nicht um ein finanzielles Förderprogramm zum Zweck der Restaurierung des Dokumentenerbes. Vielmehr soll der Eintrag in das UNESCO-Weltregister als internationale Auszeichnung gelten. Die Herkunftsländer verpflichten sich, für die Erhaltung und Verfügbarkeit des jeweiligen dokumentarischen Erbes zu sorgen.

Im Jahr 2005 nahm die UNESCO eine Sammlung von Manuskripten Swedenborgs, die in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm aufbewahrt wird, in ihre Liste des Welterbes von für die gesamte Menschheit bedeutungsvollen Archiven und Dokumenten auf.

Diese Manuskripte, rund 20000 Seiten, wurden nach Swedenborgs Tod 1772 von seinen Erben der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm geschenkt, deren Mitglied Swedenborg war. Es ist eine der größten existierenden Sammlungen von Manuskripten aus dem 18. Jahrhundert und außerdem eine der wenigen in der modernen Zeit, die als Grundlage für eine neue christliche Kirche diente. Swedenborgs Botschaft fand überall in der Welt zahlreiche Anhänger und einige unter ihnen betrachten seine Manuskripte sogar als Reliquien. Die Sammlung umfasst sowohl Swedenborgs Jahre als Wissenschaftler und Techniker als auch sein Leben nach seiner religiösen Krise in den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Die Sammlung wird noch immer in der Königlichen Akademie aufbewahrt.

Deutschland ist übrigens mit acht Einträgen im Memory of the World Register der UNESCO vertreten. Aufgenommen wurden u. a. das Göttinger Exemplar der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel, Goethes literarischer Nachlass und das Autograph der 9. Sinfonie Beethovens.

2005